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Chirurgie

In unserer Praxis führen wir neben den routinemässigen Eingriffen in der Weichteilchirurgie (Verletzungen, Tumore, Operationen im Magen/Darmbereich [z.B Fremdkörper oder Darmverschluss], Kastrationen etc...) dank eines Inhalationsnarkosegerätes auch "grössere" Eingriffe wie zum Beispiel die sogenannte "Femurkopfresektion" bei der Katze durch.

Komplizierte, chirurgische Eingriffe, wie z. B. schwerwiegende Frakturen, bei denen eine Osteosynthese nötig ist, überlassen wir den Spezialisten. Hier arbeiten wir eng mit der Tierklinik Masans, Chur, Herrn Dr. Daniel Damur und/oder Frau Dr. Elisabeth Meng, zusammen.

Beispiel eines Chirurgiefalles: Katze Speedy

Speedy kam plötzlich auf "drei Beinen" nach Hause. Zuvor sah man bei der Katze keine Lahmheit.

Untersuchung:

Bei der orthopädischen Untersuchung war rasch festzustellen, dass etwas im Hüftbereich der betroffenen Gliedmasse nicht stimmte. Es sah verdächtig aus für eine Luxation (Auskugelung) des Oberschenkelkopfes (Caput femoris) aus der Hüftgelenkspfanne. Eine Fraktur (eventuell zusätzlich) konnte nicht ausgeschlossen werden.

Röntgen:

Auf dem Röntgenbild konnte man deutlich erkennen, dass zwar nichts gebrochen, der Oberschenkel aber eindeutig luxiert war.


Therapie:

Der Oberschenkelkopf wurde manuell wieder in die Gelenkspfanne reponiert. Mit einer speziellen Schlinge ("Ehmer Schlinge") versuchten wir, wieder Stabilität ins Gelenk zu bringen und die Katze vor einer erneuten Luxation zu schützen. Aber eben! Nach zwei Tagen war die Schlinge weg, der Gelenkskopf wieder draussen und somit waren wir wieder gleich weit wie zuvor. Der Handlungsbedarf war dringend und auch nötig, weil das Reiben von Knochen auf Kochen bei der Katze enorme Schmerzen verursachte. In diesem Fall drängte sich die sogenannte "Femurkopfresektion" auf. Dabei wird der Kopf des Oberschenkels über einen speziellen Zugang zum Hüftgelenk entfernt. Auf diese Art und Weise wird das Reiben von Knochen auf Knochen und der Schmerz weitgehend verhindert. Mit der Zeit wird das Gewebe in diesem Bereich gefestigt, die Muskulatur baut sich wieder auf und das Gewicht wird so vom Becken über Weichteile auf das Bein übertragen.


Verlauf:

Es dauerte fast ein halbes Jahr bis man bei der Katze keine Lahmheit mehr fest-stellen konnte. Mehr als 15 Jahre sind seither vergangen und Speedy zeigt keine Beschwerden. Auch das Röntgenbild bestätigt den zufrieden-stellenden Verlauf.

Dieses Röntgenbild ist ca. 5 Jahre nach der Operation entstanden.
(Die Röntgenbilder sind damals noch mit einer Röntgenanlage ohne digitale Entwicklung entstanden.)