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Bei dem Hund empfehlen wir die Impfung gegen folgende Krankheiten:

Staupe

Die Staupe ist weltweit die bedeutendste Infektionskrankheit der Hunde. Der Erreger der Staupe ist ein hochansteckendes Virus, das mit demjenigen der menschlichen Masern verwandt ist. Die Staupe ist aber für den Menschen keineswegs ansteckend. Übertragen werden die Staupeviren von Hund zu Hund per Tröpfchen oder direkt durch Belecken.

Gefährdet sind vor allem Junghunde ohne Schutzimpfung, wobei die grösste Erkrankungshäufigkeit im Alter von drei bis sechs Monaten auftritt. In den letzten Jahren sind aber auch wiederholt ältere Hunde erkrankt, bei denen die Nachimpfungen nicht korrekt durchgeführt wurden.

Die Krankheit äussert sich indem etwa 14 Tage nach der Infektion Fieber, Augenausfluss, Husten, Durchfall, Erbrechen und mangelnder Appetit auftreten. Durch eine Gehirnentzündung können sofort oder im Verlaufe der Krankheit Krämpfe, tickartige Anfälle, unkoordinierter Gang und andere Störungen des Nervensystems auftreten. Die Krankheit ist nicht heilbar denn es gibt keine direkte Therapie gegen das Virus. Meist sterben über 50% der erkrankten Hunde. Es kommen daher unterstützende Massnahmen zum Einsatz. Viele Hunde, die eine Staupe überleben, haben irreparable Schäden am Nervensystem.

Vorbeugen kann man nur durch Impfen. Ausnahmlos jeder Hund sollte gegen diese schwere und oft tödlich verlaufende Krankheit geimpft werden. Die heutigen Impfstoffe schützen bei rechtzeitiger Impfung zuverlässig.


Die ansteckende Leberentzündung

...oder Hepatitis contagiosa kommt weltweit vor und verursacht gelegentlich Verluste bei Hunden. Der Erreger ist ein Virus, das in der Umwelt mässig widerstandsfähig ist. Übertragen wird das Virus bei direktem Kontakt oder indirekt durch den Kot oder Urin von angesteckten Hunden. Wichtig ist zu wissen, dass viele angesteckte Hunde nicht krank erscheinen, aber das Virus an nicht angesteckte weiter geben können.

Die Hepatitis äussert sich wie der Name sagt in einer Leberentzündung. In schweren Fällen treten dann auch Blutgerinnungsstörungen und blutiger Durchfall auf. Weit häufiger werden nach Infektionen nur kurzzeitig Fieber, mangelnder Appetit und eine Mandel- und Rachenentzündung beobachtet. Die Behandlung kranker Tiere besteht in allgemein schützenden und aufbauenden Massnahmen.

Die Vorbeuge der Hepatitis ist mit allen auf dem Markt befindlichen Kombinationsvakzinen sicher zu verwirklichen.


Die Leptospirose

...oder Stuttgarter Hundeseuche tritt in allen Altersklassen von Hunden auf. Der Erreger sind Bakterien, Leptospiren genannt. Übertragen werden die  Leptospiren durch angesteckte Hunde, Ratten und Mäuse. Diese scheiden mit dem Harn die Erreger aus. Damit verschmutzte Nahrungsmittel dienen vor allem als Infektionsquelle. Unter widrigen Umständen kann sich auch der Mensch mit Leptospiren anstecken.

Die Krankheit kann oft ohne klinische Zeichen verlaufen oder aber mit den Anzeichen einer Leber- und Nierenentzündung. Beobachtet werden anfangs Fieber, mangelnder Appetit und Erbrechen. Später können Muskelschmerzen, Gelbsucht, vermehrte Wasseraufnahme und häufiges Harnabsetzen auftreten. Die Behandlung besteht in allgemein unterstützenden Massnahmen und Antibiotika.

Vorbeugen lässt sich der Krankheit zuverlässig mit den auf dem Markt befindlichen Vakzinen. Besitzer erkrankter Hunden sollten rigorose Hygienemassnahmen einhalten.

In diesem Jahr mussten wir zum ersten Mal in unserer Praxis einem Hund Leptospirose diagnostizieren. Angesteckt hatte sich der ungeimpfte Hund im Prättigau!!!


Der Zwingerhusten

...umfasst einen ganzen Komplex von Infektionen des Atmungsapparates. Die Erreger sind verschiedene Viren (Parainfluenza 3, Canines Adenovirus 2 und andere). Diese wurden bei erkrankten Hunden gefunden. Verschiedene Bakterien setzen sich meist nach der Virusinfektion im vorgeschädigten Gewebe fest. Eine einzige Bakterienart (Bordetella bronchiseptica) ist hingegen auch ohne virale Vorschädigung krankmachend. Dieser Keim ist übrigens verwandt mit dem des Keuchhustens der Kinder, ist für diese aber nicht ansteckend. Hunde stecken sich an durch feinste Tröpfchen. Diese Tröpfchen sind die Träger und werden mit der Ausatmungsluft oder beim Husten ausgeschieden. Alle diese Erreger sind hochansteckend.

Gefährdet sind grundsätzlich alle Hunde. Bei erwachsenen Hunden sind aber weniger Komplikationen zu erwarten als bei Junghunden. Der Ausbruch einer Erkrankung hängt neben der Übertragung der Erreger auch von den Haltungsbedingungen der Hunde ab. So fördern unter anderem die Haltung vieler Hunde auf engem Raum und häufig wechselnde Kontakte die Ansteckungsgefahr.

Die Krankheit äussert sich von leichtem Husten bis zu schwer fieberhaften Lungenentzündungen und auch durch Todesfälle. Die meisten Infektionen mit den Zwingerhusten- Erregern verlaufen aber mild und werden kaum bemerkt. Der Zwingerhusten ist nicht heilbar denn es gibt gegen die viralen Infekte keine eigentliche Therapie. Unterstützende Medikamente und Antibiotika zur Behandlung bakterieller Zweitinfektionen und der Bordetellen sind meist erfolgreich.

Vorbeugen kann man mit den auf dem Markt befindlichen Kombinationsvakzinen gegen die viralen Erreger des Zwingerhustens. Für den Bedarfsfall haben wir auch gegen die alleine krankmachende Bakterienart (Bordetellen) Impfungen in unserem Angebot.


Die Tollwut:

...ist unheilbar bei Mensch und Tier.

Der Erreger der Tollwut ist ein Virus, das bei Mensch und Tier eine unheilbare Gehirnentzündung verursacht. Übertragen wird das Virus durch den Biss (Speichel) kranker Tiere. Dabei spielt der Fuchs bei uns die grösste Rolle. Angesteckte Haustiere sind für den Menschen eine grosse Gefahr. Die Tollwut äussert sich durch Scheue und Verkriechen bis hin zur Aggressivität und Raserei. In der Endphase treten Lähmungen auf.

Jeden Kontakt mit Tollwut-Verdächtigen Tieren von Ihnen selber oder Ihres Hundes melden Sie umgehend Ihrem Arzt oder Tierarzt. Den Menschen schützt dann eine sofortige Impfung. Tiere werden gemäss den Weisungen des Kantonstierarztes eingeschläfert oder über eine bestimmte Zeit isoliert.

Die Impfung ist je nach Seuchenlage und für Grenzübertritte in jedem Fall vorgeschrieben. Für Grenzübertritte soll die Impfung mindestens einen Monat und höchstens ein Jahr zurückliegen. Die Impfung des Hundes schützt Mensch und Tier!!!


Die Parvovirose

...ist die wichtigste virale Magendarm-Entzündung der Hunde. Der Erreger ist ein Virus, das verwandt ist mit demjenigen der Fieber- bzw. Katzenseuche oder einem anderen Virus der wilden Fleischfresser. Die Krankheit wurde beim Hund erst 1978 das erste Mal diagnostiziert. Hunde stecken sich an durch den Kot infizierter Artgenossen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Parvoviren über Jahre in der Umwelt überleben können und sehr widerstandsfähig sind gegen Desinfektionsmittel. Als Hundebesitzer können Sie an den Schuhen ansteckende Parvoviren in Ihren Haushalt bringen.

Die Krankheit äussert sich bei vielen Hunden gar  nicht. Werden die Hunde krank, dann vor allem mit Erbrechen und Durchfall. Diese Anzeichen können in allen Schweregraden auftreten, bis hin zu blutigem Durchfall und schnellen Todesfällen. Die Krankheit ist nicht heilbar denn es gibt keine gezielte Behandlung der Viren. Die Behandlung zielt vornehmlich darauf ab, die Flüssigkeitsverluste zu ersetzen und Zweitinfektionen mit Bakterien zu verhindern. Je nach Schweregrad sind Behandlungen erfolgreich.

Nur Impfen schützt  Ihren Hund zuverlässig. In Zuchten, die mit Parvovirose verseucht sind, ist ein spezielles Impfschema (Impfung der Welpen ab der 5. Lebenswoche mit lebendem Imstoff) und strikte Desinfektions-und Hygiene-Massnahmen zu berücksichtigen.


Borreliose...

...ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion. Erreger der Zecken-Borreliose sind winzige Bakterien, die wie Korkenzieher aussehen. Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder Wochen, nachdem die Zecke gesaugt hat. Zu Beginn zeigen sich beim Hund wenig markante Symptome, wie sie im Anfangsstadium vieler Infektionskrankheiten auftreten: Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber. Die dann einsetzende Gelenksentzündungen lassen schon eher einen Verdacht  auf Borreliose aufkommen. Meist sind verschiedene Gelenke wechselnd betroffen, vor allem Gelenke an den Vorder- und Hinterläufen. Im weiteren Verlauf können auch Nervensystem, Herz, Nieren und andere Organe geschädigt werden. Die Behandlung der Borreliose ist zwar möglich, doch sehr langwierig.

Wann und wo besteht Infektionsgefahr?

-Überall, wo Zecken sind (Laub- und Mischwälder, Waldrändern, buschreichen Gegenden, naturnahen Gärten...)

-Zeckensaison ist von März bis Oktober mit Höhepunkten im Frühjahr und Herbst.

- In unserer Praxis haben wir schon mehrere Fälle von Borreliose ungeimpfter Hunde diagnostiziert.


Impfschema:

Kombinierte Impfung (Parvovirose, Hepatitis, Zwingerhusten, Leptospirose)

  • Grundimmunisierung: ab 12 Wochen und 3 bis 4 Wochen später
  • Wiederholung: jährlich
  • In Zuchten mit hohem Parvoviroseinfektionsdruck besteht die Möglichkeit bereits ab der 6. Lebenswoche gemäss einem speziellen Impfschema zu impfen

Tollwut

  • in der Schweiz nicht mehr obligatorisch
  • für die Reise in's Ausland hingegen überall erforderlich
  • Impfung ist bereits ab 7 Wochen möglich. Allgemein sind aber nur mindestens 3 Monate alte Tiere zu impfen, da die Gefahr besteht, dass jüngere Hunde eine ungenügende Immunität entwickeln. Solche sollten deshalb, sobald sie älter als 3 Monate sind nachgeimpft werden. Trächtige Tiere können ohne Gefahr geimpft werden.

Borreliose

  • Grundimmunisierung ab einem Alter von 12 Wochen und 3 - 5 Wochen später.
  • Wiederholung jährlich, vorzugsweise Ende Winter