•  
  •  
Geschlechtliche Entwicklung der Hündin

Pubertät:

- gekennzeichnet durch Eintreten der ersten Läufigkeit

- Im Durchschnitt im Alter von 10 -12 Monate

- abhängig von Rasse (kleine Rassen früher), Körpergewicht (bestimmtes Gewicht muss erreicht sein), Haltungseinflüsse (wenn zusammen mit anderen Hündinnen früher)

Zuchtreife

- mindestens 1 Jahr alt

- frühestens bei zweiter Läufigkeit

- bis zum Alter von 4 Jahren gute Aufnahmeraten

Sexualzyklus

- durchschnittliches Läufigkeitsintervall 6 -7 Monate (Schwankungen!, bei kleinen Rassen kürzer)

- Läufigkeit in 3 Phasen:

1. Vorbrunst (Proöstrus) im Druchschnitt 9 Tage ( 3-17 Tage)

  • Anschwellen der Vulva
  • blutiger Scheidenausfluss
  • bereits attraktiv für Rüden, lassen sich aber noch nicht decken

2. Brunst (Oestrus) im Durchschitt 9 Tage (3 -21 Tage)

  • Beginn = Deckbereitschaft
  • Scheidenausfluss fleischwasserähnlich und leicht schleimig

3. Metöstrus

  • nur zu Beginn (2 Tage) noch Deckbereitschaft


Trächtigkeitsdauer: 63 Tage


Verhinderung der Läufigkeit

Kastration (Entfernung des Eierstockes und evt. Gebärmutter)

Unter Kastration versteht man die operative Entfernung beider Eierstöcke beim weiblichen Tier, wobei die Gebärmutter teilweise oder vollständig mitentfernt wird. Die Kastration wird unter Vollnarkose durchgeführt. Bei gesunden Tieren sind die damit verbundenen Risiken sehr gering.

Wann ist der ideale Zeitpunkt der Kastration?
- vor erster Läufigkeit, weil dadurch Risiko für Mammatumoren (z.T bösartig) auf rund  absinkt (vor 2ter Läufigkeit 82%, später gleich hoch, wie bei nicht Kastrierten = ca. 26%)
- nicht während Läufigkeit (erhöhte Blutungstendenz)

  • Vorteile:
    - einmalig, zuverlässig
    - deutlich geringeres Risiko für Gesäugekrebs (siehe oben)
    - Unannehmlichkeiten wie blutiger Scheidenausfluss und Attraktivität für Rüden werden zeitlebens ausgeschaltet.
    - das Wesen der Hündin wird nicht mehr von der Läufigkeit und der häufig anschliessenden Scheinträchtigkeit beeinflusst.
    - Krankheiten können vorgebeugt werden, wie z.B. die häufig auftretende Gebärmuttervereiterung 

  • Nachteile:
    - Harnträufeln (Häufigkeit: < 20 kg 7% = klein, 20 kg 15% = etwas grösser; Auftreten: sofort bis 10 Jahre danach, durch Tabletten aber gut kontrollierbar, nicht teuer)
    - bei kurzhaarigen Hunden kann selten eine symmetrische Haarlosigkeit auftreten
  • andere Beobachtungen:
    - z.T. Gewichtszunahme (gesteigerter Appetit)
    - Fellveränderungen (Welpenfell bei langhaarigen Hunden mit glänzendem Deckhaar, z.B. Spaniels, Langhaardackel + Irish Setter); sehr selten


Verhinderungen mit Depot-Gestagenen (Spritze)

- Behandlungsbeginn: frühestens 3 Monate nach einer beobachteten und spätestens 1 Monat vor der zu erwartenden Läufigkeit
- Spritzen im Abstand von 3 Monaten, 4 Monaten und dann alle 5 Monate
- wenn man zwei Läufigkeiten vorübergehen lässt, weiss man über Dauer und Verlauf der Läufigkeit sowie das Brunstintervall Bescheid.

Mögliche Komplikationen:

  • Erkrankungen der Gebärmutter
  • lokale Haarkleidveränderungen an Injektionsstelle
  • Diabetes mellitus 
  • Durchbrüche: weniger sicher als Kastration, z.B. Medikament zu rasch abgebaut
  • Akromegalie /z.B. Abstand zwischen Zähne grösser)

Verschiebung der Läufigkeit

- Tabletten (Nidaxin forte) täglich, mindestens 10 Tage vor zu erwartender Läufigkeit
- Risiko: Gebärmuttererkrankungen

Massnahmen bei fehlgedeckten Hündinnen

- Nidationsverhütung mit Progesteron-Antagonist
- Zwei Injektionen im Abstand von 2 Tagen


Kastration Rüde

Rüden können ab dem 6. Lebensmonat kastriert werden. Wir empfehlen die Kastration nach der Pubertät durchführen zu lassen.

Auswirkungen der Kastration:
- Kein negativer Einfluß auf die Lern- und Arbeitsfähigkeit; allenfalls gegenteilige Wirkung, indem der Kastrat weniger abgelenkt wird.
- Spieltrieb, aber auch Angstbeißen werden nicht tangiert
- Tendenz zur Gewichtszunahme, die durch reduziertes Futterangebot kompensiert wird.
- Auftreten von feinem, glanzlosem Welpenhaar seitlich am Rumpf und außen an den Gliedmaßen besonders bei langhaarigen, roten Rassen (Cocker Spaniel, Irish Setter)
- Entstehen oder Nachwachsen von Perianaldrüsentumoren reduziert.
- Verschiedene Krankheiten wie Prostatavergrösserung oder Hodenkrebs können nicht mehr auftreten

Kryptorchide Rüden (ein oder beide Hoden im Bauch oder im Leistenkanal) sollten unbedingt kastriert werden, da die Gefahr von Hodentumoren erhöht ist.