•  
  •  
Knochenbrüche (Frakturen), Knochenrisse (Fissuren)

Krankheitsbild:
Frakturen enstehen z.B. durch äussere Einwirkungen, Überlastungen (Ermüdung), einmalige Fehlbelastung.
Anzeichen sind, falls nicht bereits optisch (Brüche) erkennbar:
- starke Lahmheit, Schmerzen beim passiven Bewegen
- Schwellung (Bluterguss) - abnorme Beweglichkeit

Behandlung:
- Tierarzt sofort benachrichtigen
- Pferd bis zum Eintreffen des Tierarztes nicht mehr bewegen
- falls dies nicht möglich ist, nur nach einer geeigneten Schienung der Glies-
  masse vorsichtig bewegen
- früher galt der Knochenbruch als unheilbar, je nach Lage des Bruches ist
  mittlerweile eine Heilung möglich
- gute Aussichten bestehen bei Griffel- und Hufbeinfrakturen

Vorbeugung:
- Überbelastungen vor allem in der Wachstumsphase vermeiden
- ausgewogene, bedarfsorientierte Fütterung
- umsichtiges Ausreiten und Springen
- im Stall die Grundsätze der Unfallverhütung beachten

Knochenhautentzündung

Krankheitsbild:
- durch  Druck, Stoss, Quetschung, ungleichmässige Belastung und ähnliche
  Reizungen kann sich die Knochenhaut entzünden
- bei Überbeinen handelt es sich um ein reaktives Wachstum der Knochen: je
  nachdem, an welcher Stelle sie auftreten, kann es zu chronischen Lahm-
  heiten kommen

Behandlung:
Auch bei kleinen Schwellungen am Knochen dirket den Tierarzt verständigen

Vorbeugung:
- Pferdebeine ausreichend mit Gamaschen etc. schützen
- Überbelastung vor allem bei jungen Pferden vermeiden

Gelenkentzündung - Galle

Krankeitsbild:
Die auf einer Entzündung beruhende, vermehrte Bildung von Gelenkflüssigkeit und Sehnenscheidenflüssigkeit in der Gelenkkapsel heisst Galle. Das Tier geht meist nicht lahm.
- Ursachen z.B.: Überbelastung, Prellung, Verrenkung, Stellungsanomalie bei Fohlen
- Ursachen für eitrige Entzündung z.B.: Gabelstich (hochgradige Lahmheit)

Behandlung:
Bei eitrigen Entzündungen sofort den Tierarzt benachrichtigen

Vorbeugung:
- Umsicht bei der Stallarbeit
- Überbelastung vermeiden

Arthrose - chronische Gelenksentzündung

Krankheitsbild:
Arthrose führt unter Umständen zur Zerstörung des Gelenkknorpels und einer Verformung des Gelenkes z.B. an den Randwülsten; die Krankheit verläuft schleichend und Lahmheiten treten oft erst nach Monaten oder Jahren auf.
Die bekanntesten Arthrosen sind Schale und Spat.
- Schale: chronische Krongelenkentzündung, event. sichtbar durch Auf-
  wölbung des Kronsaumes im vorderen Bereich des Hufes
- Spat: Sprunggelenkarthorse, kann durch die Spatprobe (Beugen des
  Sprunggelenkes und direktes Antraben im Anschluss) festgestellt werden
- Gelenkmäuse: Sonderform der Arthrose, es kommt hierbei zur Loslösung
  von kleinen Knorpelteilen/Knochenteilen

Behandlung:
- arthrosenartige Veränderungen sind irreparabel
- während der entzündlichen Phase können Medikamente vorübergehende
  Schmerzfreiheit bewirken
- Spezialbeschläge können ebenfalls - durch Stellungsveränderungen - 
  Erleichterung im Bewegungsablauf schaffen

Vorbeugung:
- kontinuierlicher Aufbau der Pferde und langsame Gewöhnung an höhere
  Belastung
- Phasen höchster Belastung so kurz wie möglich halten