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Ausbildung:
Am Nationalen Pferdezentrum NPZ in Bern hat Dr. med. vet. Georg Valär von 2011 bis 2012 die Ausbildung (der SVPM, Schweizerische Vereinigung für Pferdezahnmedizin) zum Pferdezahnarzt besucht und die Prüfung (schriftlich) mit Erfolg abgeschlossen. Seither besucht er regelmässig Fortbildungen auch auf diesem Gebiet.

Als Pferdezahnarzt bietet Dr. Georg Valär seine Dienste in erster Linie im Raume Davos und Prättigau an. Auf Wunsch kommt er auch an andere Orte im Kanton Graubünden oder angrenzenden Regionen in der Ostschweiz.

Allgemeines:
Das Pferdegebiss ist lebenslang in Veränderung. Zwischen 2. - 5. Lebensjahr findet der Zahnwechsel statt. Die der Zähne wachsen danach in der Regel bis zum 9. Lebensjahr. Jährlich stossen die Zähne 2 - 3 mm in Richtung der Mundhöhle vor.

Die Zeit des Zahnwechsels ist mit einer "Grossbaustelle" zu vergleichen. Es herrscht grösste Dynamik. Nicht erkannte Probleme führen sehr oft zu Spätschäden zum Beispiel:

- Fehlstellungen nicht abgestossener Milchzähne
- Umfangsvermehrung am Knochen wegen zu hohem Druck der wechselnden Zähne. Dies kann bis zur Fistelbildung führen.
Ein frühes Erkennen von negativen Veränderungen und das Einleiten entsprechen gezielten Behandlungen ermöglichen Langzeitschäden zu verhindern und das Wohlbefinden sowie die Leistungsfähigkeit Ihres Pferdes zu optimieren.

Zu spät erkannte Zahn- und Kieferprobleme führen im Alter sehr oft zu Problemen, die trotz Spezialbehandlungen, wenn überhaupt, nur mit grossem Aufwand korrigiert werden können. Eine Lebensdauerverkürzung kann die Folge sein.

Zahnbehandlung bei Pferden: eine Modeerscheinung?
Nein. Die Pferdezahnbehandlung erlebte von 1900 - 1940 ihren Höhepunkt. So wurde zum Beispiel die Zahngesundheit eines jeden deutschen Armeepferdes jährlich durch einen auf Zähne spezialisierten Tierarzt untersucht. Das Pferd war damals ein Investitionsgut, auf dem die Wirtschaft basierte. Es wurden elektrisch betriebene und wassergekühlte Zahninstrumente eingesetzt, wie wir sie heute wieder verwenden.

In den USA wurde die Wichtigkeit der Zahngesundheit vor 20 Jahren wieder erkannt. In der Schweiz diesbezüglich ein stark wachsendes Interesse feststellbar.

In wenigen Jahren wird die routinemässige Zahnbehandlung durch den spezialisierten Tierarzt auch in der Schweiz zum Alltag gehören.

Grundsätzlich benötigen alle nicht in der freien Natur lebenden Equiden wie Pferde, Esel, Zebra, Maultiere und Maulesel eine jährliche Zahnkontrolle.

Die Anzahl der Zahnkontrollen und Behandlungen richtet sich nach dem Alter und der Zahngesundheit des einzelnen Pferdes, mindestens jedoch einmal pro Jahr.

Die Behandlungsmethode richtet sich nach den Bedürfnissen des zu behandelnden Pferdes. Umsichtige Professionalität und ganzheitliches, medizinisches Verständnis sind der Schlüssel zum Behandlungserfolg.

Ohne gesunde Zähne kein gesundes Pferd!

Die häufigsten Zahnprobleme:

- Scharfe Spitzen an den Backenzähnen, welche die Backenschleimhaut und Zunge verletzen
- Verweilende Milchzähne (sog. Kappen), die zu unregelmässiger
Zahnabnutzung führen können
- Wolfszähne, die beim Zusammentreffen mit der Trense
Schmerzen bereiten
- Haken und Rampen an den oberen und unteren Backenzähne, welche
die Kieferbewegung einschränken und die Vorwärts-/Rückwärts-
bewegung des Kiefers z.B. während des Reitens stören
- Lange und scharfe Hengstzähne, die beim Auf- oder Abzäumen stören und schmerzen
- Ausgefallene oder gebrochene Zähne
- Abnormale oder unebene Kauflächen
- Excessiv ausgeriebene Zähe
- Gestörte Zahnanordnungen oder Missbildung
- Periodontalkrankheiten

Wie erkenne ich Zahnprobleme?

Pferde, Ponies vorallem jedoch Esel zeigen keine Schmerzen. Wenn sie Unbehagen oder Symptome zeigen, ist das Zahnproblem meistens schon stark fortgeschritten. Oft sind in solchen Fällen aufwändige Behandlungen angezeigt.

Eine periodische und frühe Zahn-/ und Kiefer-Kontrolle durch den Spezialisten ist somit die einzige Möglichkeit entstehende Probleme frühzeitig zu entdecken und wenn nötig zu behandeln.

Anzeichen für Zahn- oder Kieferprobleme

Spezifische Probleme:
- Futter, das während dem Fressen aus dem Mund fällt
- Schwierigkeiten beim Kauen oder übermässiges Speicheln
- Verschlechterung des Allgemeinzustandes und verminderte Leistungsbereitschaft
- Abmagern, unverdaute oder lange Futterteile im Kot
- Schlechte Futterverwertung und Kolik, vor allem bei älteren Pferden

Unspezifische Probleme:
- Kopfschräghaltung oder Kopfwerfen
- Kauen am Gebiss, Zungenrollen, sich wehren beim Zäumen
- Verspanntheit, Steigen, verminderte Wendigkeit und Rittigkeit
- Nasen- oder Mundausfluss
- Schwellung an Schädel, Kiefer oder Entzündung von der Mundschleimhaut
Bei einer Verhaltensänderung des Pferdes sollte stets an Veränderungen im Kiefer- und Zahnbereich gedacht werden.

Kontroll-/Behandlungsplan

Fohlen -> Kontrolle nach der Geburt                                            
Erkennen der Fehlbildungen

Jährling -> 2x jährliche Kontrolle
Entfernen von Spitzen, evtl. Ziehen der Wolfszähne

2-5 jähriges Pferd -> 2x jährliche Kontrolle
Wechsel der Milchzähne zu Dauerzähnen, Trainingsbeginn

5-15 jähriges Pferd -> 1x jährliche Kontrolle
Frühe Erkennung negativer Veränderungen, zu späte Problemerkennung verunmöglicht oft eine Heilung

15 jähriges und
älteres Pferd -> 2x jährliche Kontrolle
Zunahme von Periodontalerkrankungen, Infektionen und Frakturen, Verbesserte Lebensqualität und grössere Lebenserwartung durch frühe Problemerkennung  


Ausrüstung in unserer Praxis